Winterschlaf

Der Winterschlaf ist für den Europäischen Igel eine lebenswichtige Anpassung, um die kalten Monate mit Nahrungsmangel zu überstehen. Hier sind die wichtigsten Aspekte des Winterschlafs:

Vorbereitung auf den Winterschlaf

  • Der Igel beginnt bereits im Spätsommer und Herbst, sich eine Fettreserve anzufressen. Er benötigt diese Energie, um die Wintermonate zu überstehen, da er während des Winterschlafs weder frisst noch trinkt.
  • Ein erwachsener Igel sollte vor dem Winter mindestens 600–700 Gramm wiegen, Jungigel sogar noch etwas mehr, um den Winterschlaf sicher zu überstehen.

Igel ist Rund und fett

Schlafplatz und Nestbau

  • Igel suchen sich einen gut geschützten Platz für den Winterschlaf, oft in Laubhaufen, unter Holzstapeln oder in speziell angelegten Igelhäusern.
  • Sie bauen ein Nest aus trockenen Blättern, Gras und Moos, das sie fest zusammenpressen, um sich vor Kälte und Feuchtigkeit zu schützen.

Igel im Bau mit Home Sweet Home

Beginn und Dauer des Winterschlafs

  • Der Winterschlaf beginnt in der Regel zwischen Oktober und November und dauert bis März oder April. Der genaue Zeitpunkt hängt von den Temperaturen und dem individuellen Gesundheitszustand des Igels ab.
  • Bei mildem Wetter kann es vorkommen, dass der Igel seinen Winterschlaf unterbricht und aktiv wird, um kurzzeitig nach Nahrung zu suchen.

Igel schläft von Oktober bis März

Körperliche Veränderungen im Winterschlaf

  • Während des Winterschlafs senkt der Igel seine Körpertemperatur auf etwa 5 °C, um Energie zu sparen (normalerweise liegt sie bei etwa 35 °C).
  • Der Herzschlag verlangsamt sich drastisch von etwa 180 Schlägen pro Minute auf nur noch 20. Auch die Atmung reduziert sich deutlich.
  • Durch diese Reduzierung aller Lebensfunktionen kann der Igel mehrere Monate ohne Nahrung überleben, indem er seine Fettreserven nutzt.

Risiken im Winterschlaf

  • Ein unzureichendes Gewicht kann dazu führen, dass der Igel nicht genug Energie hat, um den Winter zu überstehen.
  • Milder Winter und häufige Unterbrechungen des Winterschlafs sind ebenfalls riskant, da der Igel dabei viel Energie verbraucht, die er dann nicht ersetzen kann.
  • Auch eine Störung des Nests durch Gartenarbeiten oder Fressfeinde kann den Igel gefährden.

Aufwachen im Frühling

  • Im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen und die Tage länger werden, beendet der Igel den Winterschlaf. Er hat dann oft stark an Gewicht verloren und muss schnell Nahrung finden, um seine Energie wieder aufzufüllen.
  • Die ersten Wochen nach dem Winterschlaf sind besonders herausfordernd, da das Nahrungsangebot noch begrenzt ist und die Igel geschwächt sind.

Igel ausgehungert

Der Winterschlaf ist eine beeindruckende Überlebensstrategie, die dem Igel hilft, schwierige Winterbedingungen zu überstehen. Ein igelfreundlicher Garten mit Laubhaufen und Rückzugsmöglichkeiten kann ihnen dabei entscheidend helfen.