Gemeinsam im Gespräch - Igel
← Zum ForumIgelstationen in Kassel überlastet – 130 Tiere bei einem einzigen Verein
In Kassel sind mehrere Igelpflegestellen an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Der Verein Igel-in-Not Kreis Kassel versorgt derzeit rund 130 Igel und musste einen Aufnahmestopp verhängen. Auch die Igelstation Kassel kann keine weiteren Tiere aufnehmen. Dort werden momentan etwa 24 Igel betreut.
Wie angespannt die Situation ist, zeigt der Fall von drei Jungigeln, die die 62-jährige Antje Leidner bei einem Spaziergang mit ihrem Hund in Bad Wilhelmshöhe entdeckte. Die Tiere hielten sich in einem Gebüsch nahe dem Naturschutzgebiet Marbachsgraben auf und wogen jeweils weniger als 200 Gramm.
Da beide Auffangstationen bereits vollständig ausgelastet waren, entschied sich die Finderin, die drei Jungigel selbst zu versorgen. Die Tiere erhielten die Namen Anna, Lena und Baerbock und werden nun bei ihr zu Hause aufgepäppelt.
Die örtlichen Igelschützer berichten von einer besonders schwierigen Herbstsaison. Auffällig viele Jungigel sind stark untergewichtig. Eine mögliche Ursache sind ungewöhnlich späte Würfe, wodurch den Tieren weniger Zeit bleibt, ausreichende Fettreserven für den Winterschlaf aufzubauen.
Allein beim Verein Igel-in-Not Kreis Kassel gingen an einem Montag rund 60 Hilferufe ein. Obwohl keine weiteren Tiere aufgenommen werden können, versuchen die Ehrenamtlichen weiterhin, Finder bei der Versorgung hilfsbedürftiger Igel zu beraten.
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