Winterschlaf
Der Winterschlaf ist für den Europäischen Igel eine lebenswichtige Anpassung, um die kalten Monate mit Nahrungsmangel zu überstehen. Hier sind die wichtigsten Aspekte des Winterschlafs:
Vorbereitung auf den Winterschlaf
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Fettreserven aufbauen: Bereits im Spätsommer und Herbst fressen sich Igel ein Fettpolster an. Während des eigentlichen Winterschlafs nehmen sie weder Nahrung noch Wasser auf und leben von diesen Reserven. Besonders Jungigel müssen neben ihrem Wachstum noch ausreichend Winterspeck ansetzen.
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Gewicht vor dem Winter: Erwachsene Igel wiegen je nach Größe und Geschlecht häufig etwa 800–1.500 Gramm. Jungigel sind deutlich leichter. Für Jungigel, die in menschlicher Obhut überwintern, empfiehlt Pro Igel ungefähr 600–700 Gramm vor Beginn des Winterschlafs. Jungigel müssen also nicht schwerer sein als erwachsene Tiere.
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Jungigel im Herbst – Orientierung nach Zeitpunkt: Ein kleiner Igel hat im September noch mehr Zeit zum Zunehmen als im November. Folgende Werte helfen dabei, sein Gewicht einzuordnen:
| Zeitpunkt | Orientierungsgewicht für Jungigel |
|---|---|
| Ende September | etwa 250 Gramm |
| Mitte Oktober | etwa 400 Gramm |
| Ende Oktober | etwa 500 Gramm |
| Mitte November | etwa 600 Gramm |
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Wenn ein Jungigel deutlich leichter ist: Dann sollte eine Igelstation beraten, welche Unterstützung nötig ist. Ab Mitte Oktober wird natürliche Nahrung zunehmend knapp; bei Kälte verbrauchen kleine Igel zudem viel Energie, um sich warm zu halten. Ein Jungigel mit 250 Gramm Ende September ist deshalb anders einzuschätzen als ein gleich schweres Tier Ende Oktober.
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Das Gewicht allein entscheidet nicht: Die Angaben sind Richtwerte und keine Garantie für eine erfolgreiche Überwinterung. Gesundheit, Körperzustand, Witterung und ein trockenes, geschütztes Winternest spielen ebenfalls eine Rolle. Verletzte, apathische oder auffällig abgemagerte Igel benötigen unabhängig vom Gewicht fachkundige Hilfe.

Schlafplatz und Nestbau
- Igel suchen sich einen gut geschützten Platz für den Winterschlaf, oft in Laubhaufen, unter Holzstapeln oder in speziell angelegten Igelhäusern.
- Sie bauen ein Nest aus trockenen Blättern, Gras und Moos, das sie fest zusammenpressen, um sich vor Kälte und Feuchtigkeit zu schützen.

Beginn und Dauer des Winterschlafs
- Der Winterschlaf beginnt in der Regel zwischen Oktober und November und dauert bis März oder April. Der genaue Zeitpunkt hängt von den Temperaturen und dem individuellen Gesundheitszustand des Igels ab.
- Bei mildem Wetter kann es vorkommen, dass der Igel seinen Winterschlaf unterbricht und aktiv wird, um kurzzeitig nach Nahrung zu suchen.

Körperliche Veränderungen im Winterschlaf
- Während des Winterschlafs senkt der Igel seine Körpertemperatur auf etwa 5 °C, um Energie zu sparen (normalerweise liegt sie bei etwa 35 °C).
- Der Herzschlag verlangsamt sich drastisch von etwa 180 Schlägen pro Minute auf nur noch 20. Auch die Atmung reduziert sich deutlich.
- Durch diese Reduzierung aller Lebensfunktionen kann der Igel mehrere Monate ohne Nahrung überleben, indem er seine Fettreserven nutzt.
Risiken im Winterschlaf
- Ein unzureichendes Gewicht kann dazu führen, dass der Igel nicht genug Energie hat, um den Winter zu überstehen.
- Milder Winter und häufige Unterbrechungen des Winterschlafs sind ebenfalls riskant, da der Igel dabei viel Energie verbraucht, die er dann nicht ersetzen kann.
- Auch eine Störung des Nests durch Gartenarbeiten oder Fressfeinde kann den Igel gefährden.
Aufwachen im Frühling
- Im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen und die Tage länger werden, beendet der Igel den Winterschlaf. Er hat dann oft stark an Gewicht verloren und muss schnell Nahrung finden, um seine Energie wieder aufzufüllen.
- Die ersten Wochen nach dem Winterschlaf sind besonders herausfordernd, da das Nahrungsangebot noch begrenzt ist und die Igel geschwächt sind.

Der Winterschlaf ist eine beeindruckende Überlebensstrategie, die dem Igel hilft, schwierige Winterbedingungen zu überstehen. Ein igelfreundlicher Garten mit Laubhaufen und Rückzugsmöglichkeiten kann ihnen dabei entscheidend helfen.
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