In Nordrhein-Westfalen soll ein landesweites Netzwerk entstehen, das verletzten und hilfsbedürftigen Igeln schneller Hilfe vermittelt. Nach Angaben der Landestierschutzbeauftragten Gerlinde von Dehn sind private und vereinsgetragene Igelpflegestellen eingeladen, sich daran zu beteiligen.
Ziel ist es, die häufig überlasteten Einrichtungen besser miteinander zu vernetzen und die Versorgung der Tiere zu koordinieren.
Wie dringend Unterstützung benötigt wird, zeigt auch der Fall einer ehrenamtlichen Igelfreundin in Düsseldorf. Die 61-jährige Florence hat zwei kranke Igelweibchen nach ihrer Behandlung wieder in ihren Garten geholt.
Die kleinere Igeldame Odessa litt unter Parasiten und einem großen Abszess. Das zweite Weibchen namens Ghost hatte vermutlich einen Darminfekt. Beide Tiere werden noch versorgt und sollen anschließend wieder ausgewildert werden.
Florence engagiert sich seit 2021 intensiv für den Igelschutz. Sie betreibt ein ganzjähriges Notfall-Futterhaus, dokumentiert ihre Beobachtungen und unterstützt Igelpflegestellen jährlich mit mehreren Tausend Euro.
Viele Auffangstationen haben derzeit kaum freie Plätze. Neben verletzten und erkrankten Tieren müssen sie im Herbst zahlreiche geschwächte Jungigel betreuen, die noch nicht ausreichend Fettreserven für den bevorstehenden Winterschlaf aufgebaut haben.
Das geplante landesweite Netzwerk soll künftig helfen, solche Notfälle schneller an geeignete Pflegestellen zu vermitteln.
