Eine Untersuchung der Lund University zeigt eine überraschend hohe Belastung von Igeln mit Umweltchemikalien. Forschende untersuchten Leber, Zähne und Stacheln von rund 50 verstorbenen Igeln aus Lund und Umgebung und fanden insgesamt elf Spurenelemente sowie 48 organische Schadstoffe. Dazu gehörten Blei, Pestizide, Weichmacher, Kunststoffzusätze, bromierte Flammschutzmittel und PCB. Bei einzelnen Tieren lagen die Konzentrationen von Blei, PCB und Phthalaten sogar oberhalb von Werten, die für Säugetiergewebe als toxisch gelten.
Die Forschenden sehen Igel deshalb auch als mögliche Bioindikatoren für die Schadstoffbelastung städtischer Grünflächen. Weil sie vor allem Insekten, Regenwürmer und Schnecken fressen, können sich Umweltgifte entlang ihrer Nahrungskette anreichern. Welche gesundheitlichen Folgen diese Belastung konkret für Igel hat, ist allerdings noch nicht ausreichend geklärt.
Studie findet mehr als 50 Schadstoffe in Stadtigeln
📍 Lund / Schweden

